Ökonomisch und ökologisch  
Knepper modifiziert BT 43-Fräsverfahren  


Abbruchspezialist baut die Haupttribüne des Merck-Stadions Stufe für Stufe mit speziell angepasstem System zurück 
 

Der Abriss der 1975 errichteten Haupttribüne am Böllenfalltor, auf der über 40 Jahre lang die Fans des SV Darmstadt 98 ihre Mannschaft bejubelten, war alternativlos. Der Zahn der Zeit hatte der Traditionsspielstätte so zugesetzt, dass eine Sanierung unwirtschaftlich gewesen wäre. 2016 entschied sich die Vereinsführung für umfassende Modernisierungsmaßnahmen einschließlich eines Neubaus der Haupttribüne. Bevor das neue Herzstück des Stadions mit 2.900 Sitzplätzen inklusive 19 Logen und 9.000 Business-Seats an gleicher Stelle bis 2022 fertiggestellt werden kann, musste die alte Haupttribüne zunächst zurückgebaut werden.  

Mit innovativer Technik gegen asbesthaltigen Bitumenkleber 

Als Partner für dieses Mammut-Projekt entschied sich die Betreiber-Gesellschaft für die Wilhelm Knepper GmbH & Co. KG und setzte damit nicht nur auf starkes Leistungsvolumen, sondern auch auf hohe Lösungskompetenz. Denn der Rückbau der Haupttribüne brachte eine Besonderheit mit sich, die sehr viel Erfahrung im Umgang mit asbesthaltigen Baustoffen sowie technologisches Know-how erforderte. Die Tribünenstufen aus Beton wurden damals mit einem asbesthaltigen Bitumenkleber eingebaut, der an den Stufen haftete und für das fachgerechte Recycling vorher vom Beton getrennt werden musste. Um das so emissionsarm und wirtschaftlich wie möglich zu realisieren, hat der Abbruch- und Sanierungsspezialist Knepper das von der ASUP GmbH vertriebene Fräsverfahren BT 43 für dieses Projekt modifiziert und erfolgreich zum Einsatz gebracht. „Die Probesanierung im Schwarzbereich verlief unter Aufsicht des Regierungspräsidiums Darmstadt absolut überzeugend“, erklärt Bauleiter Pedro Cano-Martinez. „Alle Probemessungen ergaben deutliche Unterschreitungen der Grenzwerte für Asbestfasern in der Raumluft, sodass auf die Einrichtung von Schleusen und Arbeitsbereichen mit Unterdruck verzichtet werden konnte“. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Durch dieses Verfahren kam niemand mit dem gefährlichen Abfall in Berührung, die Rüstzeiten waren kürzer und die Kosten für die Unterdruck-Sanierungsbereiche und die teuren Freimessungen konnten eingespart werden.
 

BT 43-Fräsverfahren als Sonderanwendung im Einsatz 

Mit Hilfe eines Krans wurde die Tribüne Stufe für Stufe abgebaut und der asbesthaltige Bitumenstreifen auf beiden Seiten jeder einzelnen Stufe abgefräst. Dabei arbeitete die selbstabsaugende Fräse im geschlossenen System mit Unterdruck, sodass das asbesthaltige Material automatisch über Schläuche in luftdichte Big Bags geleitet wurde. Trotz des äußerst sicheren Systems betont Vertriebsleiter Stephan Dringenberg: „Zum Erfolg des Verfahrens gehört natürlich auch ein Team, das auf diese Technik eingespielt ist“. Die Sanierungsfacharbeiter von Knepper sind speziell auf das BT-Verfahren geschult und bringen Erfahrung aus vielen anderen Großprojekten mit, bei denen das System bereits zum Einsatz kam.

4.000 Tonnen Bauschutt wurden recycelt

Für den gesamten Rückbau der Haupttribüne hatte der Spezialist für Abbrüche, Schadstoffsanierungen und Industriedemontagen 12 Wochen kalkuliert, die auch exakt eingehalten wurden. Im ersten Schritt begann Knepper am 10. August 2020 damit, das Gebäude innen zu entkernen. Neben unbedingt separierungspflichtigen Schadstoffen, wie z. B. alten Mineralfaserdämmungen und Lüftungskanälen aus Asbestzement wurden auch Rigips, Holz und andere Baustellenabfälle restlos ausgebaut. „Wir machen das nicht nur, weil das Kreislaufwirtschaftsgesetz uns dazu zwingt. Der Bauschutt mit seinem hohen Betonanteil eignet sich hervorragend zur Herstellung eines sehr wertigen Recyclingschotters, der später beispielsweise für Tragschichten verwendet werden kann. Fremdstoffe gehören da nicht rein. Das macht am Ende unter ökologischen und ökonomischen Aspekten für alle Beteiligten Sinn.“, erklärt Dringenberg. 
 

Parallel dazu wurde mit Hilfe eines Krans das Tribünendach demontiert. Hierbei war ebenfalls besondere Sorgfalt geboten, denn neben Trapezblechen und Dachpappe wurde Styropor in der Konstruktion verbaut. Die umsichtigen Maschinisten sorgten dafür, dass sich das Styropor beim Abheben der Dachplatten nicht auf dem Stadionrasen verteilte und diesen verunreinigte. Schließlich musste der Spielbetrieb des SV Darmstadt 98 während des Tribünenrückbaus ungehindert weiterlaufen können. Nachdem das Dach und die darunterliegenden Treppenstufen abgebaut waren, begann die Schlussphase. Jetzt kam das schwere Gerät aus dem unternehmenseigenen Fuhrpark von Knepper zum Einsatz, um auch die Reste des Bauwerks zu beseitigen. Insgesamt wurden von dem Abbruchspezialisten rund 4.000 Tonnen Bauschutt aufbereitet. Am Ende blieb von der Haupttribüne nur noch eine eingeböschte Baugrube – und ein paar Tränen wehmütiger Fans. 

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